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Beitragvon curly-beeker » 16.05.2010 13:09 Uhr

Hallo Ihr alle.

Ich bin neu hier und Ich möchte eingangs gleich betonen, dass ich bezüglich der Fachbegriffe rund um Haus und Wärmepumpen ein Analphabet bin! Ich kann also leider zu solchen Fragen wie Heizlast unseres Hauses etc. kaum qualifizierte Antworten geben.

Zu unserem Haus:
Wir haben es 1994 fertig gekauft.
Es ist ein Einfamilienhaus, freistehend, mit Erdgeschoss, Obergeschoss und Spitzboden, Baujahr 1989, beheizbare Wohnfläche 153,7 m².
Die Dachfläche ist bis in die Spitze gedämmt, im Untergeschoss wurde nachträglich die Dämmung von uns aufgerüstet und seit letztem Jahr haben wir eine Solarthermie-Anlage mit 750 L Pufferspeicher.
Beheizt wird das Gebäude mittels Heizkörpern.
Unser Heizkessel aus dem Jahr 1989 soll jetzt ausgetauscht werden – wir wissen nur noch nicht durch welche Technik.

Bei einer jetzt im April durchgeführten Energieberatung wurde in der Gesamtbewertung der Primärenergiebedarf mit 146kWh/m²a, sowie der Heizwärmebedarf der Gebäudehülle mit 87 kWh/m²a festgestellt. Bei einem Kesselaustausch mit Gas-Brennwert wurde eine Kesselleistung von 10 kW als ausreichend bezeichnet.

Leider finde ich in den gesamten Ausführungen nichts über eine „Heizlast“, weiß auch nicht, was damit gemeint ist.

Ich fange jetzt erst an mich mit Wärmepumpe u.ä. zu beschäftigen, weil ich die Vorstellung, keine fossilen Brennstoffe mehr zu verbraten, einfach gut finde.

Also – kann irgendwer einem blutigen Anfänger und Nichtwisser helfen? Ist eine Wärmepumpe in welcher Ausgestaltung auch immer wohl für uns angeraten?
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Beitragvon Hausexperten » 16.05.2010 14:06 Uhr

Hallo,

grundsätzlich ist es möglich ein Wärmepumpe für die "Altbau-Sanierung" zu nutzen. Es gibt schon ausgereifte Systeme, die höhere Systemtemperaturen fahren können und dann noch effizient sind.

Also mit der Heizlast 10 KW, währe ich ein wenig vorsichtig......ist dort schon die Warmwasserbereitung drin?
Aus welchem Jahr ist dein Haus? 1989...oder sogar älter?
Ist die Solarthermieanlage mit Heizungsunterstützung? Aber ich vermute schon, schon allein wegen der Größe des Speichers, oder irre ich mich da?
Heizleistung von einem Fachunternehmer nochmal genau berechnen lassen....schon alleine wegen der Gewährleistung.

Was für Wärmeentzugsquellen kommen für dich ggfs. für dein Grundstück in Frage? Luft, Wasser oder Sole?
Die Erfahrung zeigt aber, dass die Kosten für eine Wasser-/Wasser und Sole/Wasser zu hoch sind und diese erst in ca. 15 - 20 Jahren wieder drin sind. Also würde glaube ich nur eine Luft-/Wasser Wärmepumpe in Frage kommen.

Schau mal unter: http://www.mitsubishi-electric-aircon.d ... pumpen.php

Schöne Grüße www.Die-Hausexperten.de

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Beitragvon curly-beeker » 16.05.2010 17:39 Uhr

Hi. Ja, in den 10 kW ist WW bereits enthalten und die Solaranlage ist mit Heizungsunterstützung. Der alte Gas-Kessel ist von 1989.

Im Prinzip bin ich jeder Form von WP aufgeschlossen und - dank einer Abfindungszahlung - sind die zu erwartenden Kosten nicht so ganz dramatisch, weil keine Finanzierung aufgenommen werden muss.

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Beitragvon Thomas Heufers » 16.05.2010 18:37 Uhr

curly-beeker hat geschrieben:Baujahr 1989, beheizbare Wohnfläche 153,7 m²...
Beheizt wird das Gebäude mittels Heizkörpern.
Unser Heizkessel aus dem Jahr 1989 soll jetzt ausgetauscht werden – wir wissen nur noch nicht durch welche Technik.
Unter den Gegebenheiten würde ich eine Wärmepumpe eher als suboptimal bezeichnen.
Entscheidende Rahmenbedingungen für eine Wärmepumpe sind:
- geringer Temperaturhub (Unterschied zwischen Quelltemperatur und raumseitiger Temperaturabgabe
- ideal sind Flächenheizungen (Fußboden und/oder Wandheizungen) in Estrich, Lehm, Putz (träge Bauteilspeicherung)
- wenn Heizkörper, dann spezielle Heizkörper für den Wärmepumpenbetrieb und dann auch nur bei niedriger Heizlast (< 35W/m²)
Die beschriebenen Bedingungen sind demnach nicht optimal für den Betrieb einer Wärmepumpe. Der bestehende Solarspeicher (750 Liter) kann wahrscheinlich auch von einer Wärmepumpe nicht als Pufferspeicher genutzt werden. Dazu sollte ein Fachhandwerker zu Beratschlagung ins Haus geholt werden, dieser sollte dann auch andere Optionen prüfen.

In folgendem PDF der Verbraucherzentrale sind Fragestellungen für den Einsatz einer Wärmepumpe zusammengefasst.
http://ecotec-energiesparhaus.de/Daten/ ... n-2009.pdf

curly-beeker hat geschrieben:Leider finde ich in den gesamten Ausführungen nichts über eine „Heizlast“, weiß auch nicht, was damit gemeint ist.
In der Regel können Heizungsbauer eine Heizlastberechnung nach DIN ausführen. Energieberater können das i.d.R. eher nicht, es sei denn sie haben eine entsprechende Qualifikation.

Nicht das ein falscher Eindruck entsteht, ich bin begeisterter Wärmepumpennutzer und möchte die Vorteile dieses Heizsystems nicht mehr missen.
http://ecotec-energiesparhaus.de/energieverbrauch.php
Aber manche Vertreter der Wärmepumpetechnik schaden dem Image der Wärmepumpe eher und empfehlen auch unter nicht akzeptablen Bedingungen ihren Einsatz.

Gruß

Thomas Heufers

Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 22.05.2010 07:23, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon bernhard geyer » 16.05.2010 19:54 Uhr

Schon mal an eine Pelletsheizung nachgedacht? Bei bestehenden größeren Solaranlage mit Puffer sowie Öl(?) Heizung mit Raum für Öltank ist ein Autausch durch eine Pelletsheizung günstiger als gute Bedingungen für eine WP zu schaffen bzw. Solar und Puffer gut in ein WP-Lösung einzubinden.

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Beitragvon curly-beeker » 16.05.2010 20:41 Uhr

Ja - Pellets waren auch schon im Gespräch, doch leider fehlt der Lagerraum (haben Gaskessel und keinen Keller!), dann würde nur noch Sackware in Frage kommen, aber rechnet sich das dann noch?

Bin leicht frustriert - da möchte man weg vom Gas und hat kaum Möglichkeiten - :evil:
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Beitragvon Thomas Heufers » 16.05.2010 20:48 Uhr

Weg vom Gas ist nicht immer die bessere Lösung. Der Komfort darf nicht auf der Strecke bleiben und es muss sich wirtschaftlich rechnen. Wenn die Wärmepumpe in den bivalenten Betrieb mit elektrischen Direktheizbetrieb geht, ist das nicht erstrebenswert. Das schadet Deinem Portemonaie und dem guten Image der Wärmepumpe.

Was hat denn der Energieberater vorgeschlagen?

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon curly-beeker » 16.05.2010 21:00 Uhr

Tja - vom Kosten-/Nutzen-Verhältnis kommt eindeutig die Gas-Brennwert-Anlage am besten weg.
Die Aussage des Beraters war "vielleicht noch warten und dann ggf. vielleicht Blockheizkraftwerk in Betracht ziehen" - das ist doch nicht wirklich das, mir vorschwebte.

Nun wird es wohl doch eine Gasbrennwert-Anlage, denn der alte Brenner verbläst mir echt zuviel - ich meine - bevor der nächste derartige Winter kommt ...
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Beitragvon GMil » 17.05.2010 16:27 Uhr

Auch ich wollte mich anno 2007 nach 20 Jahren von meiner Ölheizung in Ruhe verabschieden, bevor die den Geist aufgab. Mein Haus stammt von 1987, hat nur Radiatoren in einem Einrohr-System und war zu diesem Zeitpunkt nicht gedämmt. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sollte es werden, weil ich weder das Bohrrisiko haben noch das fertig angelegte Grundstück umgraben wollte.

Die Wahl war damals noch recht schwierig, denn es gab zwar viele "mutige" Anbieter, aber kaum geeignete Anlagen. Die Crux dabei war, daß ich erst selbst herausfinden mußte, welche Anlage geeignet war und welche nicht. Dabei hilft kein Hochglanzprospekt, sondern nur das Studium der Konfigurationshandbücher und die Bereitschaft, sich das nötige Wissen anzueignen.

Nach 2 Monaten intensiver Suche hatte ich "meine" WP gefunden. Ein Fachgespräch mit deren Entwickler bestätigte den 1. Eindruck, und die Anlage wurde gekauft.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten (die Anlage und auch die Firma waren damals erst ganz neu auf dem Markt) bin ich mit dem Teil sehr zufrieden, wohl wissend, daß man bei einer Hochtemperatur-WP in einem Radiatorenhaus keine Wunder in Sachen Effizienz erwarten darf. Aber mit dem erreichten Wirkungsgrad von ca. 3 bin ich absolut zufrieden.

Die finanzielle Situation hatte ich so berechnet, daß der break-even bei ca. 60 ct/l Heizöl liegen würde. Wäre das Öl billiger, würde ich draufzahlen, wäre es teurer, würde ich sparen.

In der Praxis hat sich dann gezeigt, daß der break-even bei mir schon bei nur ca. 51 ct/l Heizöl liegt. Wenn ich den Ölpreis jeweils zum Jahrestag des Einbaus der WP betrachte und meine Ölverbrauchs-Aufzeichnungen der letzten 15 Jahre zu Rate ziehe, um die Wiierungseinflüsse zu berücksichtigen, habe ich mit der WP in den ersten 2 Jahren schon 1.500 € gespart. Der Mehrpreis der WP gegenüber einem neuen Öler belief sich auf 7.500 €, somit könnte sich die WP schon in 10 Jahren amortisiert haben.

Inzwischen habe ich anläßlich einer Putzerneuerung eine Fassadendämmung aufbringen lassen, so daß die Werte nicht mehr vergleichbar sind. Natürlich ist der Verbrauch dadurch noch niedriger geworden, allerdings nicht um soviel, daß sich die Dämmung wirklich rechnen würde. Das hatte mir mein EB auch vorher schon ausgerechnet, dennoch wollte ich es mal wissen, weil ja hier und anderswo immer so großer Wert auf eine gute Dämmung gelegt wird. Die hat im Neubau sicherlich ihre Berechtigung; im Altbau ist sie definitiv unrentabel; es sei denn, die vorhandene Heizung wäre extrem teuer im Verbrauch (etwa bei Nachtstrom denkbar).
Gruß

Gerhard
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Beitragvon Thomas Heufers » 18.05.2010 07:32 Uhr

@ GMil - Ich schlage vor, Du zeigst curly-beeker (Thread-Fragesteller) Deine Anlage und belegst im Deine Aussagen zu einer sogenannten Hochtemperatur-Wärmepumpe mit Fakten (Standort, Gebäudeparameter, Kosten der Installation, Energiekostenabrechnungen etc.). curly-beeker kannst Du dann auch erklären, wieso in Deinem Fall bei einem sehr ungünstigen Temperaturhub (Abstand zwischen Quelltemperatur und Temperatur der Wärmeabgabe an den Raum) die Wirtschaftlichkeit gegeben sein soll, physikalisch ist dies nicht erklärbar.
GMil hat geschrieben:Inzwischen habe ich anläßlich einer Putzerneuerung eine Fassadendämmung aufbringen lassen, so daß die Werte nicht mehr vergleichbar sind. Natürlich ist der Verbrauch dadurch noch niedriger geworden, allerdings nicht um soviel, daß sich die Dämmung wirklich rechnen würde. Das hatte mir mein EB auch vorher schon ausgerechnet, dennoch wollte ich es mal wissen, weil ja hier und anderswo immer so großer Wert auf eine gute Dämmung gelegt wird. Die hat im Neubau sicherlich ihre Berechtigung; im Altbau ist sie definitiv unrentabel; es sei denn, die vorhandene Heizung wäre extrem teuer im Verbrauch (etwa bei Nachtstrom denkbar).
Klär doch bitte auch den Fragesteller auf, welche Bauteile mit welcher Dämmung (Wärmeleitgruppe, Dämmstärke) gedämmt worden sind. Sicherlich kannst Du curly-beeker auch eine Wärmeschutzberechnung vom Energieberater vorlegen, hieraus kann dann auch die Vorher-/Nachher-Situation abgelesen werden.

Wärmepumpen - Top oder Flop? Die Voraussetzungen müssen stimmen.
http://energienetz.de/de/Zuhause/Heizen ... umpen__293

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon Hausexperten » 18.05.2010 09:21 Uhr

Hallo liebe Wärmepumpenfreunde,
nun möchte ich mal nicht auf die Wasserseite eingehen sondern auch mal auf die Effizienz innerhalb des Kältekreislaufs, was natürlich beides zusammen gehört und aufeinander abgestimmt sein muss.

In den ganzen Beiträgen ist es natürlich vollkommen richtig, dass ein Wärmepumpe am effizientesten läuft, wenn der Temperaturhub zwischen Verdampfer (Wärmequelle z.B. Luft, Grundwasser, Sole) und Verflüssiger (Wärmesenke z.B. Heizkörper, Fußbodenheizung) möglichst gering ist.

Je höher dieser Temperaturunterschied, und somit die Druckdifferenz im Kältekreislauf zwischen Verflüssigungs- und Verdampfungsdruck ist, desto mehr muss der Verdichter im Kältekreislauf arbeiten. Dies erhöht natürlich ganz klar die Stromkosten. Das nächste Problem bei höheren Temperaturen besteht auch im Kältekreislauf auf der Hochdruckseite, so dass die Verdichtungsendtemperatur übersteigen kann. Dies kann zur Zersetzung des Kältemaschinenöls und somit des Verdichters führen.
Entscheidend bei Wärmepumpen ist auch das Kältemittel, hier werden als Kältemittel werden derzeit teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe oder -gemische eingesetzt, wie R134a, R404A, R407C oder R410A, außerdem in zunehmendem Maße Propan (R290, brennbar), Propen (R1270, brennbar), Propan-Butan-Gemische (brennbar), Ammoniak (R717, brennbar giftig) oder Kohlendioxid (R744, nicht brennbar, hohe volumetrische Kälteleistung, geringer Preis).

Viel wird in den neuen Wärmepumpen das Kältemittel R-410A eingesetzt, der Vorteil bei diesem Kältemittel ist, dass die Bauteile sehr klein dimensioniert werden können und somit die Preise für Wärmepumpen erschwinglicher wird. Heißt aber nicht, dass es das effizienteste Kältemittel ist. Aber hier könnte man sich bestimmt den ganzen Tag über Vor- oder Nachteile streiten.

Jetzt möchte ich mal auf die Hochtemperaturwärmepumpen eingehen, worum es hier eigentlich ging. Es ist möglich, durch moderne Bauteile wie z.B. elektronische Einspritzventile, Economizer (zusätzlicher Flüssigkeitsunterkühler). Ich muss aber zugeben, dass es diese Bauteile in der Kältetechnik schon ewig im Einsatz sind, aber jetzt erst Einzug in die Wärmepumpentechnik nimmt.

Hier mal ein Beispiel wie z.B. eine Hochtemp. Wärmepumpe mit dem Kältemittel R-407c und einem Economizer aufgebaut ist und unten die Beschreibung hierzu. Dadurch kann die Heizleistung um bis zu 15 % gesteigert werden. Bei einer höheren Temp. Im Heizkreis würden wir diesen Gewinn zwar wieder verlieren, aber trotzdem ist ein effizienter Betrieb möglich.

Hier mal eine Beschreibung für den Economizer im Kältekreislauf:
Ein Economizer ist eine Art von Unterkühler, der einen Teil des gesamten Kältemittelflusses vom Kondensator nutzt, um den Rest des Kältemittels der Flüssigkeitsseite zu unterkühlen. Das verdampfte Kältemittel wird dem Kompressor in einer Zwischendruckstufe zugeführt. Das kalte Gas vom Economizer kann auch zur zusätzlichen Kühlung des Kompressors dienen.

Die Unterkühlung des Hauptstromes verringert den Dampfgehalt des Kältemittels und unterkühlen das flüssige Kältemittel vor dem Einspritzventil am Verdampfer, wodurch die Kälteleistung bzw. Wärmeleistung erhöht wird. Die hohe Effizienz der Economizer reduziert die Temperaturdifferenz zwischen der Verdampfungstemperatur und der Austrittstemperatur des Unterkühlten Stromes, wodurch der Gesamtwirkungsgrad im Kältekreislauf erhöht wird.

Economizer-Systeme benötigen zusätzliche Komponenten, wie z.B. Rohrleitungen und Kompressoren mit einen „Economizer"-Zulauf. Dadurch entstehen Kosten die eine Kälteanlage und/oder Wärmepumpe teurer machen.
----------------------------------------------------------------------------
Ich möchte hoffen, dass ich euch mit den Infos nicht erschlagen habe :shock: und es vielleicht doch verständlich ist. Wollte damit eigentlich nur mal meine Meinung darstellen, dass auch eine Wärmepumpe mit höheren Temperaturen noch effizient laufen kann.

Schöne Grüße Die-Hausexperten.de
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Beitragvon Hausexperten » 18.05.2010 10:00 Uhr

Das wichtigste habe ich eigentlich vergessen: :idea:

Meine Meinung, dass z. B. Luft-Wärmepumpen besonders auch bei einer Sanierung geeignet sind. Sole- und Grundwasserwärmepumpen sind meiner Meinung nach für eine Nachrüstung aufgrund der hohen Kosten für die Erschließung der Wärmequelle.

Voraussetzung hierfür ist, dass am Haus Dämmmaßnahmen durchgeführt wurden, wie z.B. Hohlraumdämmung im zweischaligem Mauerwerk oder Dämmung des Daches usw.
Dies verringert die Heizleistung ein einem Haus doch schon erwähnenswert.

Eine neue fachgerechte Auslegung der neuen Heizlast nach der Sanierung ist unumgänglich.

Früher wurden die Heizkörper ziemlich großzügig ausgelegt, somit könnten diese nach der Sanierung mit einer niedrigeren Temperatur gefahren werden.

Wie schon gesagt, bitte nachrechnen lassen und denkt bitte bei jeder Maßnahme mit vorhandenen Wärmeabgabesystemen an den hydraulischen Abgleich und somit dass auch die richtigen Ventile (einstellbare Unterteile, Thermostatköpfe und einstellbare Rücklaufverschraubungen)

Schöne Grüße Die-Hausexperten.de
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Beitragvon f102 » 18.05.2010 13:27 Uhr

Hallo curly-beeker,

Nach so einer geballten Ladung Fachwissen möchte ich Dir noch meine Erfahrung ( Altbau, Radiator, WP mit Tiefbohrung ) schildern
10 kW Leistung hört sich vernüftig an, im Zweifel lieber etwas kleiner als zu groß. Ich würde lieber im Extrem zwei Wochen mit Heizstab zuheizen, als das restliche Jahr mit zu großer Anlage zu fahren. Zu meinem Erstaunen läßt sich so eine hoch innovative WP-Heizung quasi nicht regeln. Es gilt 0% oder 100%, ein/aus. Im Frühjahr / Herbst sind auch 30% zuviel. Andererseits, bei Radiatoren sind höhere Vorlauftemperaturen im Heizkreis nötig, aus den 10 kW Prospektwert werden dann vielleicht 8,5 kW Echtwert ( bei hoher VL Temp. reichts nur für weniger Radiatoren ). Ich glaube wohl, dass trotz Radiatorenheizung Dein Haus warm wird, auch ohne 55°C. ABER: Die Masse der Radiatoren, Leitungen und Wasser im Heizkreissystem ist extrem geringer, als bei Fußbodenheizung die Masse der Betondecken beträgt. Somit wird die Wärmepumpe nur wenige Minuten laufen, die schnell erwärmten Heizkörper kühlen schnell wieder ab, die WP startet erneut und ist schnell fertig..... . Die WP taktet. Das soll sie nicht. Jeder Start kostet Lebensdauer und Effizienz. Wir haben Laufzeiten von 10min ( = Mindestlaufzeit im Programm, die Soll-Temp. ist nach 7:15 min erreicht ). Wünschenswert wären 2 Std..Die erste Minute Laufzeit erzielt noch keine verwertbare Wärme, d.h. bei 10min Laufzeit verliere ich schon alleine aus diesem Grund 10% der eingesetzten Energie. Im Übrigen wollte ich die Sonden im Boden nicht missen; auf den Höhenzügen der dt. Mittelgebirge sind mir Luft/Wasser WP-Anlagen suspekt. In der Übergangszeit gigantisch überdimensioniert, bei -15°C reine Stromheizung.
2 Fam. Haus Bj. 1970, 220 qm, Radiatoren
4 x 100m Tiefbohrung
Waterkotte 5023, 18 kW
750 l Puffer, WW Wärmetauscher innen
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Beitragvon Hausexperten » 18.05.2010 18:14 Uhr

Also eine Laufzeit von unter 10 min. sehe ich auch sehr kritisch. Es sagen zwar alle Verdichterhersteller, dass die Verdichter das abkönnen, aber jeder der Praxis ist es leider nicht so. Jeder der schon in der Kältetechnik gearbeitet hat kann es bestätigen, dass je länger diese läuft umso besser ist es für die Lebensdauer des Verdichters. Die Hersteller geben aber einen Taktschutz von 6 min. an.

Das mit dem takten ist auch das Problem, was ich sehe…vor allem in zu groß ausgelegten Anlagen. Deswegen bevorzuge ich eigentlich auch einen Speicher…schon alleine zum Schutz der Anlage und bei uns beim Energieversorger EWE gibt’s eine Betriebssperre von 3 x 2 Stunden am Tag. Das muss ja auch irgendwie gepuffert werden.

Leider ist es Alltag, dass WP zu groß ausgelegt werden, weil hier die Erfahrung und/oder Wissen für eine richtige Auslegung so einer Anlage fehlt. Außerdem fahren diese Anlagen bis zu 80 – 90 % im Teillastbereich und sind somit dann auch zu groß um die Leistung direkt an die Verbraucher abzugeben. Abhilfe schafft hier eine modulierende Wärmepumpe.

Aber hier wurde es ja schon mehrfach diskutiert und ein toller Bericht von unserem Forum-Mitstreiter Thomas Heufers verlinkt. Ich habe es mir mal erlaubt, diesen Link nochmal anzugeben:

http://energie-effizientes-haus.de/Daten/SBZ-Je-einfacher-die-Anlage-desto-hoeher-die-Ar beitszahl-Hubacher-Waermepumpensymposium.pdf

Echt guter Bericht über Zitat „Planer und Installateure sind oft zu wenig ausgebildet, um effiziente und betriebssichere Wärmepumpenanlagen zu planen und zu bauen“ und grob überschlagen wie man es richtig macht.

@ f102 : Nun muss ich aber mal als einer der aus dem Flachland kommt nachfragen, warum dir bei Luft/Wasser WP-Anlagen im Mittelgebirge suspekt sind? :)

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Beitragvon GMil » 20.05.2010 14:29 Uhr

So fundiert und exakt wie der Hausexperte hätte ich als Laie die Aspekte der HT-WT nicht formulieren können; danke.

Immerhin weiß ich von meinem Hersteller, daß meine (modulierende) Anlage u.a. mit Economizer arbeitet und damit für höhere Temperaturen gut gerüstet ist. Die Verwendung von R410A erlaubt in dieser Maschine Heißgastemperatuen bis zu 110 °C (Herstellerangabe); in der Praxis werden ca. 80 - 90 °C erreicht. Die Grenztemepratur des Öls liegt bei etwa 145 °C; ist also beruhigend weit weg.

Mit dem Heißgas wird das Wasser auf eine Temperatur von ca. 55 °C erhitzt, bei Tiefkälte sogar etwas höher. Es ist vom HB per hydraulischem Abgleich strikt darauf zu achten, daß der Rücklauf zum WP-Wärmetauscher nicht über 35 °C warm ist, also eine Spreizung von wenigstens 25 K vorherrscht. Das erfordert z.B. neben den Thermostaten noch Durchflußbegrenzer an jedem Heizkörper; bei Altbauten durchaus kein Normalzustand. Mein Einrohrsystem war hier nur deshalb beherrschbar, weil ich einstellbare Bypassventile an jedem HK habe.

Ein weiterer Punkt von HT-WPn wurde noch nicht angesprochen: die notwendige hohe Spreizung; ganz im Gegensatz zur niedrigen Spreizung bei FBH-WPn. Wenn nämlich schon hohe Eingangs-Temperaturen notwendig sind (was einen Prinzipnachteil für jede WP darstellt), verhilft nach einer schweizer Studie eine möglichst hohe Spreizung zwischen VL und RL wenigstens noch zu einem geminderten Effizienzverlust gegenüber Niedrigtemperatur-WPn. So ist etwa eine WP mit 55/30 °C genauso effizient wie eine mit 45/40 °C, weil die "Mitteltemperatur" (hier 42,5 °C) bei beiden gleich bleibt. Dies gilt allerdings nur dann, wenn die eigentliche Kältemaschine an diese Arbeitstemperaturen angepaßt ist.

Ich kann daher nur unterstreichen, daß auch eine HT-WP nur wegen dieser Eigenschaft nicht gleich ineffizient sein muß. Dies gilt speziell dann, wenn man eine Hightech-HT-Anlage mit einer unmodulierten 08/15-Standard-Niedertemperatur-WP vergleicht, deren Hersteller längst noch nicht alle Möglichkeiten seiner Technik ausgeschöpft hat. Solche relativ einfachen Anlagen waren bis vor ganz kurzer Zeit aber der gängige Standard bei deutschen WP-Herstellern, daher auch der Wahlspruch: "die beste WP stammt vom Kältebauer bzw. Klimaanlagen-Hersteller". WPn sind nun mal Kälteanlagen und keine normalen Heizungen, und z.B. einen Mikrowellenherd würde man ja auch nicht beim Ofensetzer kaufen, nur weil er heizt, oder?

Zur Dämmung: das nachträgliche Dämmen des Altbau-Hauses nur zu Energiesparzwecken ist m.E. leider in vielen Fällen unwirtschaftlich. Das gilt umso mehr, je günstiger die sog. Heiz-kWh ausfällt, sprich, je effizienter die Heizung ist.

Mein Energieberater hat mir z.B. vorgerechnet, daß bei meinem Haus eine bestimmte, genau vorgegebene Kombination aus Fassadendämmung, Kellerdecken- und Dachdämmung sowie der Ersatz der Fenster insgesamt im Mittel ca. 45 % Heizkosteneinsparung bringen würde (@Thomas Heufers: die Materialien und Dicken spielen dabei selbstverständlich eine Rolle bei Kosten wie bei Einsparung, nur wird sich die Grundtendenz dadurch nicht verändern).

Ich habe jetzt ganz einfach die Kosten dieser Maßnahmen per Angebotseinholung ermittelt (ca. 34.500 €) und dann die erwartete Heizkosteneinsparung gegengerechnet (jährlich derzeit knapp 600 €) . Das Ergebnis gibt eine "Amortisationszeit" von gut 57 Jahren, die kaum mehr so genannt werden kann.

Zugegeben: das Mißverhältnis ist bei mir besonders kraß, weil die bereits vor der Dämmung gekaufte WP die Heiz-kWh gegenüber dem Öler bereits verbilligt hat.

Warum ich dennoch jetzt die Fassade, den Dachboden und den Keller gedämmt habe, und wohl auch die Fenster noch drankommen werden? Die obigen Verhältnisse beziehen sich auf eine Dämmung, die ausschließlich aus Energiespar-Gesichtspunkten erfolgt. Besser wird das Mißverhältnis dann, wenn -wie bei mir- Fassadenarbeiten sowie Arbeiten am Dachboden aus Substanzerhaltungsgründen erforderlich werden. Dann ist es nämlich nur fair, die Kosten, die eine gleichwertige Renovierung ohne gleichzeitige Dämmung gekostet hätte, von den Vergleichskosten abzuziehen. So kostete die Fassadendämmung z.B. ca. 20.000 €; ein (sowieso nötiger) neuer Verputz inkl. Einblechung und Dachstreichen hätte aber auch schon ca. 12.000 € gekostet. Der Dachboden sollte voll benutzbar werden (trittfester, glatter Boden statt Beton ohne Estrich; z.B. Laminat auf Dämmstoff). Die Fenster sind leider Folgekosten der fassadendämmung, da die alten jetzt verstärkt schwitzen. Das war mir zwar bekannt, nur hatte ich das Ausmaß unterschätzt.

Daher mein Fazit beim Altbau: Dämmen nicht um jeden Preis, sondern nur in Verbindung mit Renovierungen, die auch ohne Dämmung nötig geworden wären. Das bringt die Amortisation der Dämmmaßnahmen wenigstens rechnerisch in einen Bereich, den man mit der eigenen Lebenserwartung noch auszunutzen hofft.

Gruß

Gerhard
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