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curly-beeker
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Beitragvon curly-beeker » 16.05.2010 13:09 Uhr

Hallo Ihr alle.

Ich bin neu hier und Ich möchte eingangs gleich betonen, dass ich bezüglich der Fachbegriffe rund um Haus und Wärmepumpen ein Analphabet bin! Ich kann also leider zu solchen Fragen wie Heizlast unseres Hauses etc. kaum qualifizierte Antworten geben.

Zu unserem Haus:
Wir haben es 1994 fertig gekauft.
Es ist ein Einfamilienhaus, freistehend, mit Erdgeschoss, Obergeschoss und Spitzboden, Baujahr 1989, beheizbare Wohnfläche 153,7 m².
Die Dachfläche ist bis in die Spitze gedämmt, im Untergeschoss wurde nachträglich die Dämmung von uns aufgerüstet und seit letztem Jahr haben wir eine Solarthermie-Anlage mit 750 L Pufferspeicher.
Beheizt wird das Gebäude mittels Heizkörpern.
Unser Heizkessel aus dem Jahr 1989 soll jetzt ausgetauscht werden – wir wissen nur noch nicht durch welche Technik.

Bei einer jetzt im April durchgeführten Energieberatung wurde in der Gesamtbewertung der Primärenergiebedarf mit 146kWh/m²a, sowie der Heizwärmebedarf der Gebäudehülle mit 87 kWh/m²a festgestellt. Bei einem Kesselaustausch mit Gas-Brennwert wurde eine Kesselleistung von 10 kW als ausreichend bezeichnet.

Leider finde ich in den gesamten Ausführungen nichts über eine „Heizlast“, weiß auch nicht, was damit gemeint ist.

Ich fange jetzt erst an mich mit Wärmepumpe u.ä. zu beschäftigen, weil ich die Vorstellung, keine fossilen Brennstoffe mehr zu verbraten, einfach gut finde.

Also – kann irgendwer einem blutigen Anfänger und Nichtwisser helfen? Ist eine Wärmepumpe in welcher Ausgestaltung auch immer wohl für uns angeraten?
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Beitragvon Hausexperten » 16.05.2010 14:06 Uhr

Hallo,

grundsätzlich ist es möglich ein Wärmepumpe für die "Altbau-Sanierung" zu nutzen. Es gibt schon ausgereifte Systeme, die höhere Systemtemperaturen fahren können und dann noch effizient sind.

Also mit der Heizlast 10 KW, währe ich ein wenig vorsichtig......ist dort schon die Warmwasserbereitung drin?
Aus welchem Jahr ist dein Haus? 1989...oder sogar älter?
Ist die Solarthermieanlage mit Heizungsunterstützung? Aber ich vermute schon, schon allein wegen der Größe des Speichers, oder irre ich mich da?
Heizleistung von einem Fachunternehmer nochmal genau berechnen lassen....schon alleine wegen der Gewährleistung.

Was für Wärmeentzugsquellen kommen für dich ggfs. für dein Grundstück in Frage? Luft, Wasser oder Sole?
Die Erfahrung zeigt aber, dass die Kosten für eine Wasser-/Wasser und Sole/Wasser zu hoch sind und diese erst in ca. 15 - 20 Jahren wieder drin sind. Also würde glaube ich nur eine Luft-/Wasser Wärmepumpe in Frage kommen.

Schau mal unter: http://www.mitsubishi-electric-aircon.d ... pumpen.php

Schöne Grüße www.Die-Hausexperten.de

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Beitragvon curly-beeker » 16.05.2010 17:39 Uhr

Hi. Ja, in den 10 kW ist WW bereits enthalten und die Solaranlage ist mit Heizungsunterstützung. Der alte Gas-Kessel ist von 1989.

Im Prinzip bin ich jeder Form von WP aufgeschlossen und - dank einer Abfindungszahlung - sind die zu erwartenden Kosten nicht so ganz dramatisch, weil keine Finanzierung aufgenommen werden muss.

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 16.05.2010 18:37 Uhr

curly-beeker hat geschrieben:Baujahr 1989, beheizbare Wohnfläche 153,7 m²...
Beheizt wird das Gebäude mittels Heizkörpern.
Unser Heizkessel aus dem Jahr 1989 soll jetzt ausgetauscht werden – wir wissen nur noch nicht durch welche Technik.
Unter den Gegebenheiten würde ich eine Wärmepumpe eher als suboptimal bezeichnen.
Entscheidende Rahmenbedingungen für eine Wärmepumpe sind:
- geringer Temperaturhub (Unterschied zwischen Quelltemperatur und raumseitiger Temperaturabgabe
- ideal sind Flächenheizungen (Fußboden und/oder Wandheizungen) in Estrich, Lehm, Putz (träge Bauteilspeicherung)
- wenn Heizkörper, dann spezielle Heizkörper für den Wärmepumpenbetrieb und dann auch nur bei niedriger Heizlast (< 35W/m²)
Die beschriebenen Bedingungen sind demnach nicht optimal für den Betrieb einer Wärmepumpe. Der bestehende Solarspeicher (750 Liter) kann wahrscheinlich auch von einer Wärmepumpe nicht als Pufferspeicher genutzt werden. Dazu sollte ein Fachhandwerker zu Beratschlagung ins Haus geholt werden, dieser sollte dann auch andere Optionen prüfen.

In folgendem PDF der Verbraucherzentrale sind Fragestellungen für den Einsatz einer Wärmepumpe zusammengefasst.
http://ecotec-energiesparhaus.de/Daten/ ... n-2009.pdf

curly-beeker hat geschrieben:Leider finde ich in den gesamten Ausführungen nichts über eine „Heizlast“, weiß auch nicht, was damit gemeint ist.
In der Regel können Heizungsbauer eine Heizlastberechnung nach DIN ausführen. Energieberater können das i.d.R. eher nicht, es sei denn sie haben eine entsprechende Qualifikation.

Nicht das ein falscher Eindruck entsteht, ich bin begeisterter Wärmepumpennutzer und möchte die Vorteile dieses Heizsystems nicht mehr missen.
http://ecotec-energiesparhaus.de/energieverbrauch.php
Aber manche Vertreter der Wärmepumpetechnik schaden dem Image der Wärmepumpe eher und empfehlen auch unter nicht akzeptablen Bedingungen ihren Einsatz.

Gruß

Thomas Heufers

Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 22.05.2010 07:23, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon bernhard geyer » 16.05.2010 19:54 Uhr

Schon mal an eine Pelletsheizung nachgedacht? Bei bestehenden größeren Solaranlage mit Puffer sowie Öl(?) Heizung mit Raum für Öltank ist ein Autausch durch eine Pelletsheizung günstiger als gute Bedingungen für eine WP zu schaffen bzw. Solar und Puffer gut in ein WP-Lösung einzubinden.

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Beitragvon curly-beeker » 16.05.2010 20:41 Uhr

Ja - Pellets waren auch schon im Gespräch, doch leider fehlt der Lagerraum (haben Gaskessel und keinen Keller!), dann würde nur noch Sackware in Frage kommen, aber rechnet sich das dann noch?

Bin leicht frustriert - da möchte man weg vom Gas und hat kaum Möglichkeiten - :evil:
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Beitragvon Thomas Heufers » 16.05.2010 20:48 Uhr

Weg vom Gas ist nicht immer die bessere Lösung. Der Komfort darf nicht auf der Strecke bleiben und es muss sich wirtschaftlich rechnen. Wenn die Wärmepumpe in den bivalenten Betrieb mit elektrischen Direktheizbetrieb geht, ist das nicht erstrebenswert. Das schadet Deinem Portemonaie und dem guten Image der Wärmepumpe.

Was hat denn der Energieberater vorgeschlagen?

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon curly-beeker » 16.05.2010 21:00 Uhr

Tja - vom Kosten-/Nutzen-Verhältnis kommt eindeutig die Gas-Brennwert-Anlage am besten weg.
Die Aussage des Beraters war "vielleicht noch warten und dann ggf. vielleicht Blockheizkraftwerk in Betracht ziehen" - das ist doch nicht wirklich das, mir vorschwebte.

Nun wird es wohl doch eine Gasbrennwert-Anlage, denn der alte Brenner verbläst mir echt zuviel - ich meine - bevor der nächste derartige Winter kommt ...
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Beitragvon GMil » 17.05.2010 16:27 Uhr

Auch ich wollte mich anno 2007 nach 20 Jahren von meiner Ölheizung in Ruhe verabschieden, bevor die den Geist aufgab. Mein Haus stammt von 1987, hat nur Radiatoren in einem Einrohr-System und war zu diesem Zeitpunkt nicht gedämmt. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sollte es werden, weil ich weder das Bohrrisiko haben noch das fertig angelegte Grundstück umgraben wollte.

Die Wahl war damals noch recht schwierig, denn es gab zwar viele "mutige" Anbieter, aber kaum geeignete Anlagen. Die Crux dabei war, daß ich erst selbst herausfinden mußte, welche Anlage geeignet war und welche nicht. Dabei hilft kein Hochglanzprospekt, sondern nur das Studium der Konfigurationshandbücher und die Bereitschaft, sich das nötige Wissen anzueignen.

Nach 2 Monaten intensiver Suche hatte ich "meine" WP gefunden. Ein Fachgespräch mit deren Entwickler bestätigte den 1. Eindruck, und die Anlage wurde gekauft.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten (die Anlage und auch die Firma waren damals erst ganz neu auf dem Markt) bin ich mit dem Teil sehr zufrieden, wohl wissend, daß man bei einer Hochtemperatur-WP in einem Radiatorenhaus keine Wunder in Sachen Effizienz erwarten darf. Aber mit dem erreichten Wirkungsgrad von ca. 3 bin ich absolut zufrieden.

Die finanzielle Situation hatte ich so berechnet, daß der break-even bei ca. 60 ct/l Heizöl liegen würde. Wäre das Öl billiger, würde ich draufzahlen, wäre es teurer, würde ich sparen.

In der Praxis hat sich dann gezeigt, daß der break-even bei mir schon bei nur ca. 51 ct/l Heizöl liegt. Wenn ich den Ölpreis jeweils zum Jahrestag des Einbaus der WP betrachte und meine Ölverbrauchs-Aufzeichnungen der letzten 15 Jahre zu Rate ziehe, um die Wiierungseinflüsse zu berücksichtigen, habe ich mit der WP in den ersten 2 Jahren schon 1.500 € gespart. Der Mehrpreis der WP gegenüber einem neuen Öler belief sich auf 7.500 €, somit könnte sich die WP schon in 10 Jahren amortisiert haben.

Inzwischen habe ich anläßlich einer Putzerneuerung eine Fassadendämmung aufbringen lassen, so daß die Werte nicht mehr vergleichbar sind. Natürlich ist der Verbrauch dadurch noch niedriger geworden, allerdings nicht um soviel, daß sich die Dämmung wirklich rechnen würde. Das hatte mir mein EB auch vorher schon ausgerechnet, dennoch wollte ich es mal wissen, weil ja hier und anderswo immer so großer Wert auf eine gute Dämmung gelegt wird. Die hat im Neubau sicherlich ihre Berechtigung; im Altbau ist sie definitiv unrentabel; es sei denn, die vorhandene Heizung wäre extrem teuer im Verbrauch (etwa bei Nachtstrom denkbar).
Gruß

Gerhard
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Beitragvon Thomas Heufers » 18.05.2010 07:32 Uhr

@ GMil - Ich schlage vor, Du zeigst curly-beeker (Thread-Fragesteller) Deine Anlage und belegst im Deine Aussagen zu einer sogenannten Hochtemperatur-Wärmepumpe mit Fakten (Standort, Gebäudeparameter, Kosten der Installation, Energiekostenabrechnungen etc.). curly-beeker kannst Du dann auch erklären, wieso in Deinem Fall bei einem sehr ungünstigen Temperaturhub (Abstand zwischen Quelltemperatur und Temperatur der Wärmeabgabe an den Raum) die Wirtschaftlichkeit gegeben sein soll, physikalisch ist dies nicht erklärbar.
GMil hat geschrieben:Inzwischen habe ich anläßlich einer Putzerneuerung eine Fassadendämmung aufbringen lassen, so daß die Werte nicht mehr vergleichbar sind. Natürlich ist der Verbrauch dadurch noch niedriger geworden, allerdings nicht um soviel, daß sich die Dämmung wirklich rechnen würde. Das hatte mir mein EB auch vorher schon ausgerechnet, dennoch wollte ich es mal wissen, weil ja hier und anderswo immer so großer Wert auf eine gute Dämmung gelegt wird. Die hat im Neubau sicherlich ihre Berechtigung; im Altbau ist sie definitiv unrentabel; es sei denn, die vorhandene Heizung wäre extrem teuer im Verbrauch (etwa bei Nachtstrom denkbar).
Klär doch bitte auch den Fragesteller auf, welche Bauteile mit welcher Dämmung (Wärmeleitgruppe, Dämmstärke) gedämmt worden sind. Sicherlich kannst Du curly-beeker auch eine Wärmeschutzberechnung vom Energieberater vorlegen, hieraus kann dann auch die Vorher-/Nachher-Situation abgelesen werden.

Wärmepumpen - Top oder Flop? Die Voraussetzungen müssen stimmen.
http://energienetz.de/de/Zuhause/Heizen ... umpen__293

Gruß

Thomas Heufers


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