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Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
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Carola

Beitragvon Carola » 21.03.2006 12:08 Uhr

Hallo alle zusammen!

Wir möchten unser Haus aus dem Jahr 1967 durch einen Umbau und eine Anpassung an heutige energetische Standarts aufwerten.
Die momentane Wohnfläche von 224 m² teilt sich in zwei Wohneinheiten (60m²/ 138m²) und einen kleinen Gewerberaum von ca. 26 m².
Nach dem Dachumbau wird sich diese Fläche auf 263 m² erhöhen. Die Außenwände sind 30 cm stark und noch ungedämmt, ebenso wie das bereits zu Wohnzwecken ausgebaute Dach. Dadurch ergibt sich der schwindelerregende Ölverbrauch von 7000 l pro Jahr. Die Fenster sind ebenfalls zum größten Teil noch Erstausstattung und müssen somit ersetzt werden.

Jetzt möchten wir uns zusätzlich zu diesen schon sehr kostenintensiven Maßnahmen vom Öl loslösen. Erdwärme kommt für uns leider nicht in Frage, da wir im Wasserschutzgebiet 3A liegen, und die Bohrungen nicht gestattet werden. Jetzt bleibt nur noch die Möglichkeit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe.
Nun meine Fragen dazu:
- Sind diese Geräte bei Innenraum(Keller)-Aufstellung sehr laut?
- Rechnet sich dieses System durch die doch erheblichen Stromkosten ?
- Hat vielleicht schon jemand Erfahrungen bei einer Altbausanierung damit gesammelt?
- Und wie ist die Kombination mit einer Votovoltaik-Anlage zu bewerten (unser Dach hat leider keine Süd-Ausrichtung, sonder SO) ?

Ich wäre sehr dankbar für Ratschläge und Hilfe zu diesem Thema!!!

Carola
Gast

Beitragvon Gast » 21.03.2006 13:25 Uhr

Hallo Carola,

herzlichen Glückwunsch, ja. Bei deinem hohen Ölverbrauch kannst du die ganze Sanierung allein aus dem eingesparten Öl finanzieren ohne zusätzliche Belastung.
Du kriegst auf Antrag über deine Hausbank ein Darlehen von der KfW
aus dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm. Maximal 100.000 Euro,
Zinssatz derzeit noch 1%. Wenn du Niedrigenerhiestandard erreichst kriegst du 15% der Schuld erlassen. Dafür brauchst du Bestätigung von Sachverständigem ( Architekt ), der dir dann auch die Wärmebedarfsberechnung macht.
Die 100.000 brauchst du nicht mal. Fassadendämmung mit 14cm Styropor kostet Pi mal Daumen 20.000, Fenster 10.000. Das Dach dämmst du sowieso beim Ausbau, fehlt noch die Dämmung der Kellerdecke.
Inclusive Wärmepumpe sollta das ganze nicht viel mehr als 50.000 Euro kosten. Luft-Wasser ist in diesem Fall OK. Der Wärmeverbrauch sollte etwa 20.000 kWh erreichen ( zur Zeit 70.000 ), dann brauchst du etwa 7000 kWh Strom für 800 Euro im Jahr. Du sparst also etwa 250 Euro im Monat durch die Sanierung. Der Kredit über 50.000 kostet bei einem tilgungsfreien Jahr und 20 Jahren Laufzeit etwas über 200 Euro im Monat.
Viel besser kann es nicht kommen! Kannst außerdem noch die Handwerkerlöhne von der Steuer absetzen, 600 Euro im Jahr gibts vom Finanzamt, also 1200 wenn du es über 2 Jahre verteilst.
Heizkörper kannst du übrigens lassen; durch die Wärmedämmung kannst du die Vorlauftemperatur auf 45-50 Grad absenken, das ist akzeptabel.
Immerhin sparst du so fast 75% Primärenergie ein. Gib etwas Gas, die Zinsen werden bald steigen.

Gruß
Frank

Fachplaner Passivhaus
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Beitragvon Fachplaner Passivhaus » 24.03.2006 09:27 Uhr

wenn der wärmeverbrauch 20.000 kwh erreichen soll, heißt das natürlich, dass das haus in dach+ wand+fenster+kellerdecke mindestens auf neubaustandard gedämmt werden muss. insofern sind auch mindestens 100.000.- euro an sanierungskosten anzusetzen. aber auch diese investition rechnet sich und es gibt 15% tilgungszuschuss!!!!!!
meiner meinung nach ist das haus dann, als 10l-Haus, aber immer noch zu schlecht gedämmt, um wirtschaftlich mit l-w-p heizen zu können.
vorsicht bei luft-wärmepumpen und schlecht gedämmten gebäuden.
siehe themen im forum.
bessere alternativen:
sole-wärmepumpe oder pelletsheizung

Bauen ist nicht eine Chance der Gegenwart, sondern im Besonderen eine für die Zukunft !
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mstreib
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Beitragvon mstreib » 27.03.2006 21:21 Uhr

Hallo,

wir haben schon mehrmals Luft WPs im Altbau Sanierungsbereich eingesetzt.

Zu deinen technischen Fragen
Der Schallpegel (laufgeräusch ) der Anlage in Innenaufstellung - also im Raum selber hät sich in grenzen - ist vergleichbar mit einem Ölbrenner. Was zu beachten ist ist der Schall der durch das Ansaugen und Ausblasen nach außen geht. Diese Abstrahlrichtung sollte nicht ubendingt unter Nachbars Schlazimmer gehen.
Weiterhin brauchst du für einen Innenaufstellung je nach Gerätetyp ca 60 cm Wanddurchbrüche für An/Absaugung.

Wenn das Gebäude "Generalsaniert" wird wäre der Einbau einer Fußbodenheizung der Idealfall da hiermit die Wärmepumpe eine bessere Leistungszahl hat. Es funktioniert auch mit Radiatoren - hier ist aber vom Heizungsbauer/Errichter zu prüfen ob die Heizkörperoberfläche für die nierdere Vorlauftemperatur der Wärmepumpe ausreicht.

Die Photovoltaikanlage solltest du rein rechnerisch getrennt von der Wärmepumpe betrachten. Da der Wärmepumpentarif bei ca 12 Cent Kwh liegt und du den Strom für 52 Cent verkaufst.

Michael Streib

www.waermepumpen-service-im-rhein-neckar-kreis.de
Lass die Sonne in dein Herz und in deinen Heizungskeller :-)

streib.de
Neu

Beitragvon Neu » 29.03.2006 10:06 Uhr

Hab was neues entdeckt zum Sanieren von Trinkwasserleitungen auf www.SaniTec-Rohrsanierung.de

Der Achim

Beitragvon Der Achim » 02.04.2006 21:52 Uhr

LOL
100.000 Euro!!!!! :lol:

Fachwerkhaus mit 240qm beheizter Wohnfläche,
10cm Außendämmung mit Klinkerriemchen,
Luft-Wärmepumpe mit 300l Speicher für das Brauchwasser,
Erdwärmepumpe mit Flächenkollektor (Kollektorfläche = 3-fache Wohnfläche, verlegt in 2 Lagen bei 1,2m und 1,8m) => Flächenkollektoren sind auch in Wasserschutzgebieten einsetzbar,
18 neue Fenster,
Fußbodenheizung (in Zementestrich) im EG, Deckenheizung im OG (um nicht alle Türstürze ändern zu müssen, was bei FH wg. der Aufbauhöhe nötig gewesen wäre).



Gesamtkosten der Modernisierung ca 24.000 Euro :shock:


Selbermachen lohnt halt!


Gruß
Der Achim

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